Archivführer der Zürcher Gemeinden und
Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798

bearbeitet von Dr. Otto Sigg

Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Wetzikon (Bezirk Hinwil)

I A Urkunden auf Pergament

4 Urkunden 1553-1790: Verpflichtungsbrief 1553 für Kempter Bürgern zur Entrichtung einer Zins- und Zehntenabgabe in Getreide ab ihrem bei der Mühle gelegenen Bülhof (später wohl Abgabe an die Kirche Wetzikon); Tauschbrief 1584: Die Pfarrpfrund Wetzikon überlässt den Webern ihr auf dem Ried dieser Weber lastendes Weiderecht zur Sömmerung einer Kuh und eines Kalbes und erhält dafür Ackerland der Weber; Bestätigungsurkunde 1593 eines Grundzinses zugunsten der Kirche Wetzikon; Einzugsbrief 1790 für die Kirch- und Pfarrgemeinde Wetzikon.

I B Verträge auf Papier

darunter:
Bestätigungsbrief 1631 betr. Verpflichtung einer Naturalleistung von 6 Vierteln Kernen zugunsten der Armen der Kirchgemeinde Wetzikon jeweils auf St.-Stephans-Tag (herrührend von einer früheren Vergabung an die Kirche Wetzikon durch Johann Friedrich, Freiherr zu Hohensax und Forsteck, ab dessen Anteil an Zehntenrechten zu Wetzikon); Kopie des Einzugsbriefes 1715 der Dorfgemeinde Ettenhausen.

II A Akten

darunter:
Akten, Verzeichnisse zum Pfrundeinkommen 1571, 1576 und 18. Jh.; Protokolle der Verleihung der Zehnten der Kirche Wetzikon 1693/96; Akten, Korrespondenz, Verzeichnisse 17./18. Jh. betr. sog. Liebessteuern (für Brand- und Unwettergeschädigte); Verzeichnisse 1736 der in fremden Kriegsdiensten befindlichen Bürger der Kirchgemeinde Wetzikon; Strafakten 18. Jh. der Landvogtei Grüningen betr. Kirchgemeindebürger von Wetzikon; Verordnungen, Weisungen, Gebote, Mandate 18. Jh. vor allem der Landvogtei Grüningen zu verschiedenen staatlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Regelungsbereichen (sowohl die ganze Landvogtei wie auch die Gemeinde Wetzikon spezifisch betreffend); Sammlung gedruckter Bettagsgebete 18. Jh.; pfarramtliche Korrespondenz, Akten, Ansprachen 18. Jh.; Korrespondenz und Akten zu den Kirchenstühlen (z. B. grosser Streit um die Verteilung der Stühle 1759 f. sowie ausführliches Memorial 1764 von Pfarrer Schmidlin zu diesem Streit unter dem Titel: «Die Kirchenstühle nicht ein Gedicht sondern eine wahrhafte Geschicht»); Familienrödel der Kirchgemeinde Wetzikon 18. Jh.; Zehnten-/Bevölkerungsstatistik nach einzelnen Siedlungen der Kirchgemeinde 1770er-Jahre; Bevölkerungsstatistik 1770erbis 1790er-Jahre der Kirchgemeinde; Bevölkerungs-, Viehund Güterstatistiken 1798 der «Agentschaften» Seegräben und Wetzikon; Akten zum Rechnungswesen und Kirchengut 18. Jh. (inkl. z. B. zum Kirchenbaufonds 1791/92) und zum Feuerwehrwesen 18. Jh.
II A 2: Zins- und Rechnungsbuch 16. Jh. (eingebunden in mittelalterliche liturgische Pergamentfragmente): Zinsbuch der Kirche Wetzikon 1538; «Zinsbuch der Kilchen zu Wetzikon übergeben als von der Kapellen von Ettenhussen an Brieffen nach Erkanntnus unserer Gnedigen Herren» (Auflösung des Ettenhauser Kapellengutes infolge der Säkularisierung 1530er-Jahre?); detaillierte Auflistung der Einnahmen und Ausgaben des Kirchengutes Wetzikon 1572–1581; Protokolle der Ablage der jährlichen Kirchengutsrechnung Wetzikon durch die Kirchenpfleger 1540–1557 (inkl. detaillierter Ausweis der Aktiven).
II A 43: «Acta einer loblichen Musik-Gesellschaft in Wetzikon …» 1768–1776, mit Einträgen von Pfarrer Hans Jakob Nägeli.
II A 46: Durch Pfarrer Schmidlin 1769 angelegte Beschreibung der «Charactere meiner Gemeindsangehörigen» zu Wetzikon (Einleitung: «Diese Charactere meiner Gmeindsangehörigen sind nicht lieblose Beurteilungen, sondern durch die Erfahrung von 15 Jahren erprobete; zudem wurde aufgezeichnet und geheim gehalten, damit sowohl ich durch Arbeit an ihnen das Unrichtige und Böse suche zu bessern, als aber auch mein Nachfahr … darin fortfahre»).
II A 58: Gründungsakte 1774 der Dienstag-Gesellschaft zu Wetzikon und anderswo (verfasst von Pfarrer Hans Jakob Nägeli von Wetzikon) sowie Abrechnungen der Gesellschaft 1774/76.

Zins- und Rechnungsbuch Kirche Wetzikon, 16. Jh.

II A 2: Detail des Einbandfragments des Zins- und Rechnungsbuch 16. Jh. der Kirche Wetzikon.

 

III A Jahresrechnungen

Jahresrechnungen des Kirchengutes Wetzikon: Fragment 1636 sowie Serie 1691–1798 (beträchtliche Einnahmen- und Ausgabenwirtschaft an Geld und Naturalien, inkl. Ausgaben für Arme); «Rechnung zum Einnehmen und Ausgeben beim Bau der Kirchen zu Wetzikon» 1711–1714, abgelegt durch Pfarrer Johann Jakob Kilchsperger.

IV A Bände

1a
Stillstandsprotokolle 1683–1771. Angelegt durch Pfarrer Hans Jakob Fries mit der Einleitung: Die «Verhandlungen» des Stillstands seien «bis dahin von keinem Pfarrer verzeichnet worden...Wann aber ich erachtet, dass die kirchliche Disciplin mehrer anfehl ¨[anfalle] und die Forcht wegen jederwärtiger Verzeichnus bei den Pfarrangehörigen grösser – auch die Ordnungen und Erkanntnusse eines Ehrsamen Stillstands desto fester und sicherer, habe ich mit göttlichen Gnaden- Beistand die Verzeichnus angehebt … 1683». Inkl. Verzeichnis der Kirchensteuer 1705–1759, Verzeichnis 1731–1753 von Abgaben, welche von Männern der Kirchgemeinde Wetzikon erhoben wurden, die sich nach auswärts verheirateten.

1b
Stillstandsprotokolle 1773–1817 (1773–1806 geführt durch Jakob Nägeli, Pfarrer, Dekan und Schulinspektor).

Politische Gemeinde Wetzikon

Ehemalige Zivilgemeinde Unterwetzikon

I A Urkunden auf Pergament

1 Urkunde 1627: Einzugsbrief für die Gemeinde Niederwetzikon 1627.

I B Verträge auf Papier

darunter:
Abschrift 17. Jh. des Hofrodels von Wetzikon (Kopie eines durch Gotthard von Landenberg von der Breitenlandenberg ausgestellten Pergaments des 15. Jh., insbesondere mit Definition des Flurrechts sowie der entsprechenden Organisation der Flurgemeinde und der Weidgenössigkeit einzelner auswärtiger Höfe); Beschluss 1691 der Gemeinde Unterwetzikon betr. Verkauf einer Gemeindegerechtigkeit; Beschluss 1710 der Gemeinde Unterwetzikon, zur Sanierung und Vermehrung des Gemeindegutes künftig die so genannten «Abletz- Kernen» (trinkgeldartige Verehrungen von Getreide für Gemeindedienste) zuhanden der Gemeinde zu beziehen und nicht mehr Privaten zu überlassen; «Offnungsbrief für eine ehrsame Gemeinde Unterwetzikon A° 1772» (Beschreibung und Berichtigung der Marchen des gemeinen Weidgangs).

II A Akten

darunter:
Verzeichnis 18. Jh. über die in der Gemeindelade Unterwetzikon befindlichen «Briefe und Urteile» 1480–1773; Akten 17./18. Jh. zur Nutzung des gemeinen Weidgangs und zum «Weidganggeld»; Vergleich 1793 mit Festlegung eines sechsjährigen Versuchs, den Flurzwang in der Brachzelg aufzuheben und zu ermöglichen, «ohne einiche Einzäunung Nahrungsmittel für Menschen und Vieh zu pflanzen»; Erinnerungszettel an Umstände und Massnahmen anlässlich der Viehseuche von 1732 mit Bezug auf ein ähnliches Memorial von 1682; Akten 18. Jh. betr. Feuerspritzen; zwei Akten 18. Jh. zu den «Turbengerechtigkeiten» (Torfnutzung); Ermahnung 1784 des Landvogts an der Gemeindeversammlung von Unterwetzikon, «ärgerliche, anstössige und unanständige Zänkereien und Wortwechsel» zu vermeiden und sich aller «gehässigen, anzüglichen und nur Bitterkeit und Eifer erweckende Spitzlen und Stichlen» zu enthalten; Akten 1787–1798 betr. Regelung des Einzugsgelds.

III A Jahresrechnungen

Rechnungsrödel des Gemeindeseckelmeisters 17. Jh.; ab Mitte des 18. Jh. ordentliche Gemeinderechnungen von Niederwetzikon.

IV A Bände

1
Gemeindebuch 1634–1739 (fehlte anlässlich der Inventarisierung 2003, inhaltlich gesichert durch Mikrofilm des Staatsarchivs 1993): Gemeindebeschlüsse zum Flurwesen und Flurrecht sowie anderen Gemeindebelangen, Rechnungsprotokolle, Schuldposten gegenüber dem Gemeindegut, Verpachtung von Weiderechten durch die Gemeinde, Einzugsgelder, Protokoll über den Turnus der Halter der «Dorfstiere».

2
Gemeindebuch, 1765 neu angelegt durch Seckelmeister Heinrich Hess zu Unterwetzikon; Gemeindebeschlüsse 1764– 1826, inkl. Verzeichnis der Gerechtigkeitsinhaber der Gemeinde Unterwetzikon, Verzeichnis mit Kurzregesten der in der Gemeindelade befindlichen Rechtsinstrumente 1480– 1778.

Ehemalige Zivilgemeinde Kempten

I A Urkunden auf Pergament

2 Urkunden 1608, 1750: Einzugsbrief 1608 für die Gemeinde Kempten; Vidimus 1750 eines Urteilsspruches des Jahres 1590 im Streit zwischen den Gerichtsherren von Kempten und Werdenberg und der Gemeinde Kempten mit Bestimmungen zur Flurordnung (insbesondere Regelung der «Stoffelweide» in den Zelgenbezirken).

II A Akten

Abrechnung 1780 betr. Anschaffung einer Feuerspritze durch die Gemeinde Kempten; «Holz-Etat» 1788 der Gemeinde Kempten (Verzeichnis des privaten Waldbesitzes).

III A Jahresrechnungen

Die im Verzeichnis von 1933 aufgeführten Jahresrechnungen der Gemeinde Kempten 1754–1798 fehlten anlässlich der Inventarisierung.

IV A Bände

Das im Verzeichnis von 1933 aufgeführte Gemeindeprotokoll IV A 1 (1777–1822) fehlte anlässlich der Inventarisierung 2003. Aufgrund des vom Staatsarchiv 1993 erstellten Mikrofilms ist es jedoch inhaltlich gesichert: Nur wenige Einträge vor dem Jahr 1798, insbesondere Ordnungen und Beschlüsse zum Forst-, Flur- und Gemeindewesen 1777 ff., Feuerordnung 1788.

Ehemalige Armengemeinde Wetzikon:

II A Akten

darunter:
Verzeichnis 1795/98 der Almosenbezüger.

III A Jahresrechnungen

Abrechnungen zu Einnahmen an «Hochzeitsgeldern» (Steuer von in die Kirchgemeinde Wetzikon eingeheirateten Frauen) 1733 ff. und über Ausgaben aus diesem Gut an Arme und Kranke, Verdingkinder, Wettergeschädigte; Rechnungen des Säckligutes der Kirchgemeinde Wetzikon 1733–1804, ebenfalls mit Armenausgaben.

IV A Bände

«Zins- und Rechnungsbuch von dem Einnehmen und Ausgeben des Säckliguts der Kirche Wetzikon, A° 1775 –1786» (–1819).

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